veröffentlicht: Februar 14th, 2014

Alte Heizkessel austauschen

Ein sehr großer Anteil der installierten Heizkessel stammt noch aus einer Zeit, in der die Öl- und Gaspreise nur einen Bruchteil der heutigen betrugen. Der Wirkungsgrad und die optimale Nutzung des Brennstoffs spielte in dieser Zeit keine so große Rolle, wie bei den heutigen Energiepreisen. Zudem wurden die Kessel häufig auch überdimensioniert, um in jeder Situation die Wohnräume schnell aufheizen zu können. Für viele dieser, heute noch installierten, Kessel wäre ein Austausch schon vor Jahren wirtschaftlich gewesen.

Alte Heizkessel haben häufig nicht nur einen schlechten Wirkungsgrad, sondern erfordern, durch das Alter und den Verschleiß, einen höheren Wartungsaufwand. Weil der Brenner nur einstufig arbeiten kann, schaltet er wieder ab, wenn der Wärmespeicher gefüllt ist. Dadurch ergeben sich über das Jahr mehrere Zehntausend Ein- und Ausschaltzyklen. Ähnlich verhält es sich mit den Heizungspumpen, die vom Kessel nur ein- oder ausgeschaltet werden können.

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Moderne Heizkessel arbeiten modulierend, damit passen sie ihre Leistung dem jeweiligen Heizwärmebedarf an. Sie können dann auch mit kleiner Flamme einen kleinen Wärmebedarf kontinuierlich decken. Geräte mit Brennwerttechnik nutzen zusätzlich die Wärme aus dem Abgas, wodurch ihr Wirkungsgrad noch einmal deutlich steigt. Diese Kessel können auch drehzahlgeregelte Heizungspumpen steuern. Bei einer niedrigen Wärmeabnahme werden die Pumpen auf eine entsprechend niedrige Drehzahl gedrosselt.

Weil neue Heizkessel vergleichsweise klein sind, gibt es Geräte in Ausführung für die Wandmontage. Damit eignen sie sich auch zur Installation im Wohnbereich. Diese, sogenannten raumluftunabhängigen Geräte, beziehen die Verbrennungsluft über ein doppelwandiges Abgasrohr, weshalb sie die Qualität der Raumluft nicht beeinträchtigen. Bei einem Gerät mit Brennwerttechnik muss, wegen der niedrigen Abgastemperatur, zusätzlich der Kamin mit einem Abgasrohr aus Kunststoff oder Edelstahl ausgestattet werden.

Im Zuge des Kesseltausches sollten auch die Heizungspumpen durch geregelte Pumpen ersetzt werde. Diese brauchen nicht nur wesentlich weniger Strom, sie tragen auch, durch eine abgestimmte Förderleistung, zu einem geringeren Wärmeverbrauch bei. Sind für das Gebäude Wärmedämmmaßnahmen geplant, um den Heizenergiebedarf zu senken, sollte der neue Kessel nach dem zukünftigen Bedarf dimensioniert werden. Gegebenenfalls muss die Kesselerneuerung auf einen Zeitpunkt nach der Sanierung verlegt werden.

Eine Zwischenlösung bietet sich an, wenn im Zuge der energetischen Sanierung auch ein zweites Heizsystem installiert werden soll. Weil die Systeme dann ihre Wärme in einem gemeinsamen Pufferspeicher zwischenspeichern, könnte der alte Heizkessel vorübergehend daran angeschlossen werden. Durch das große Wärmespeichervolumen müsste der Kessel nicht mehr so häufig den Brenner einschalten, was den Betrieb wirtschaftlicher machen würde.

Durch die geringeren Wärmeverluste, die bessere Brennstoffverwertung und der optimierten Ansteuerung der Heizungspumpen, ist der Austausch alter Heizkessel in aller Regel sehr wirtschaftlich. Dazu kommt, dass bei einem Brennwertgerät die Abgasmessung nur noch seltener durchgeführt werden muss. Wird der Kessel im Zusammenhang mit der Installation einer geförderten Solarwärmeanlage erneuert, bezuschusst das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) die Erneuerung mit einem Kesseltauschbonus.